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© Fairphone, CC Attribution-ShareAlike 2.0
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Das Fairphone: Nachhaltigkeit und Bewertung

- Eine Analyse der Vor- und Nachteile

Hast du dich auch schon einmal gefragt, ob so etwas wie ein nachhaltiges Smartphone überhaupt möglich ist? Die Hersteller des Fairphone geben an in Sachen Nachhaltigkeit Vorreiter zu sein. Ob dem wirklich so ist und welche Vor- und Nachteile das Fairphone mit sich bringt, werden wir genauer unter die Luppe nehmen.

1. Das Problem mit Smartphones

Smartphones enthalten über 30 verschiedene Rohstoffe wie Mineralien und Metalle, die aus dem Bergbau stammen. Viele davon werden in Ostafrika abgebaut. Der Kongo liefert beispielsweise 60 Prozent des weltweiten Coltans und 50 Prozent des Kobalts, beides Bestandteile von Handy-Akkus. Die Minen sind häufig durch prekäre Arbeitsbedingungen und fehlende Schutzkleidung und Ausrüstung gekennzeichnet. Laut Amnesty International sind sie außerdem zum Teil Schauplatz von Kinderarbeit schlimmster Art, denn es handelt sich um eine gefährliche und körperlich sehr harte Arbeit.

Lieferketten sind intransparent, da die Rohstoffe vor dem Weiterverkauf in sogenannten Hütten gemeinsam eingeschmolzen werden. Eine Rückverfolgung zur ursprünglichen Mine wird dadurch schwieriger.

Auch bei der Montage der Smartphones, die häufig in China erfolgt, wird von schlechten Arbeitsbedingungen und langen Arbeitszeiten berichtet.

2. Was sind Konfliktrohstoffe?

In Ländern mit einer instabilen politischen Lage, wie der DR Kongo, werden die Rohstoffminen zum Teil von Milizen kontrolliert. Diese nutzen die erzielten Gewinne, um bewaffnete Konflikte zu finanzieren.
Die sogenannten „konfliktfreien Rohstoffe“ müssen aus Minen stammen, die nicht von Milizen kontrolliert werden und deren Ertrag nicht der Förderung von Kriegen oder Konflikten zu Gute kommt.
Viele große Anbieter haben deshalb den Bezug von Rohstoffen aus dem Kongo komplett eingestellt. Dies hat jedoch Auswirkungen auf die Bevölkerung, die dadurch viele Arbeitsplätze verlor. Fairphone beispielsweise setzt hier auf einen anderen Ansatz und bezieht weiterhin auch Rohstoffe aus dem Kongo, um die von konflikten betroffene Bevölkerung wirtschaftlich zu stärken. Um die Konflikte trotzdem nicht finanziell zu unterstützen setzen sie auf die Zusammenarbeit mit Initativen, die sich vor Ort dagegen einsetzen.

3. Geschichte und Gründung

Fairphone ging 2010 aus zwei niederländischen NGOs hervor, die auf Konfliktmarterialien in der Elektronik und damit verbundene Konflikte und Kriege zum Beispiel im Kongo aufmerksam machen wollten. Der System-Designer Bas van Abel hatte die Idee, die Problematik anhand eines Smartphones zu illustrieren. Das Projekt leistete über drei Jahre Kampagnenarbeit zum Thema und meldete sich schließlich 2013 als Sozialunternehmen an. Aus der Kampagne wurde durch Forschung und Entwicklung schließlich ein Smartphone. Inzwischen ist Fairphone zu einem Unternehmen mit über 70 Beschäftigten angewachsen.

4. Ziel des Fairphones

Ausgesprochenes Ziel des Fairphones ist die Offenlegung von Produktionssystemen und Lieferketten. Transparenz soll neben der Beschaffung der Rohstoffe auch in der Produktion sowie Vertrieb und anschließendem Recycling bestehen. Sämtliche Rohstoffe sollen so fair und nachhaltig wie möglich beschafft werden. Fairphone setzt dafür auf die Kooperation mit Herstellern, die ihre Arbeiter fair bezahlen und sichere Arbeitsbedingungen schaffen. Die Gewinne sollen den örtlichen Wirtschaftssystemen zu Gute kommen und keine kriminellen Machenschaften oder Konflikte finanzieren.

Außerdem möchte Fairphone mit seinem ethischen Mindset die Elektronikindustrie von innen heraus verändern und ökologisch und sozial neue Standards setzen.

5. Technische Daten

Es gibt inzwischen 3 Generationen des Fairphones. Das neueste ist das Fairphone 3+ und hat folgende technische Merkmale:

  • Betriebssystem: Android (Opensource möglich)
  • 48 MP Hauptkamera + 16 MP Frontkamera
  • 4GB Arbeitsspeicher
  • 64 GB interner Speicher (erweiterbar mit Micro SD)
  • Maße: 15,8 cm x 7,1 cm x 0,99cm

5. Fairphone Nachhaltigkeit

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Modularer Aufbau

Der Hauptpunkt liegt darin, dass Fairphones gut reparierbar sind. Dies wird durch eine Art Baukastenprinzip gewährleistet, dass es dir ermöglicht kaputte Teile sogar eigenhändig mit Hilfe eines mitgelieferten Schraubenziehers auszutauschen. Fast jedes Teil des Handys lässt sich nachbestellen und ohne technische Kenntnisse austauschen: Kamera, Screen, Rückseite, Mikrofon, Lautsprecher und Ladeeingang.