Mikroplastik im Meer

Die Entstehung auf dem Land und der Transport ins Meer

Es gibt im Meer keinen Ort mehr, der vom Plastik verschont geblieben ist. Selbst dort, wo keine Menschen leben, hat Kunststoff die Natur erobert. So haben Greenpeace-Experten im Jahr 2018 Mikroplastik in der Antarktis nachgewiesen, obwohl das Gebiet eigentlich durch ihre Naturgegebenheiten geschützt sein müsste. In der Arktis findet man dasselbe Bild. Nimmt man dort einen Eisklumpen in die Hand und lässt ihn schmelzen, findet man darin, wen wundert es, Mikroplastik.

Woher stammt das Mikroplastik im Meer?

Mikroplastik gelangt auf unterschiedliche Art und Weise ins Meer. So wurden 44 Prozent des sich im Meer befindenden Mikroplastiks durch Regenwasser transportiert. Vor allem Reifen-, Schuhabrieb und Straßenmarkierungen gelangen auf diese Weise ins Meer. 37 Prozent des sich im Meer befindenden Mikroplastiks fand seinen Weg dorthin durch den Abfluss, 15 Prozent wurde durch Wind transportiert und die restlichen 4 Prozent entstanden durch physikalische, chemische und biologische Prozesse von Mikroplastik im Meer. Insgesamt gelangen auf diese Art und Weise fast die Hälfte des auf dem Land produzierten Mikroplastiks ins Meer. Auf der nächsten Abbildung ist dieser Sachverhalt gut zu erkennen.

Bei der Abbildung handelt es sich um globale Durchschnittswerte. Je nach Kontinent bzw. Land können diese Werte stark abweichen. So sind beispielsweise in Asien, Afrika und im mittleren Osten Textilien die größten Verursacher von Mikroplastik, während in Europa und Nordamerika der Abrieb von Autoreifen deutlich dominiert. Das liegt vor allem daran, dass in Europa und Nordamerika durchschnittlich mehr Menschen Zugang zu Abwassersystemen haben und auf diese Weise der Weg von Mikroplastik aus Textilien erschwert wird. Durch den höheren Anteil der Nutzung von Autos sowie durch die längeren Fahrwege erreicht in diesen Regionen dagegen etwa dreimal mehr Mikroplastik vom Abrieb der Reifen die Meere bzw. Ozeane. 

Globale Verteilung der Mikroplastikemission

Jährlich werden 1,72 Millionen Tonnen Mikroplastik in die Meere freigesetzt. Doch wer ist dafür verantwortlich? Wie sieht die globale Verteilung aus? Die folgende Abbildung illustriert dies. 

Auf den ersten Blick kann man sagen, dass sich die europäische Emission von Mikroplastik in Grenzen hält, da sie sich mit der von China, also mit der von einem einzigen Land, vergleichen lässt. Geht man aber einen Schritt weiter, so wird schnell klar, dass die durchschnittliche Mikroplastik-Emission in Europa um das 1,5-fache höher ist als die in China. Mit einer Einwohnerzahl von rund 1,386 Milliarden Menschen besitzt China nämlich fast doppelt so viele Einwohner wie Europa. Auch im Vergleich zu anderen Kontinenten schneiden die Europäer, vor allem die Deutschen, am schlechtesten in Bezug auf die Emissionsmengen an Mikroplastik ab.

Die Folgen von Mikroplastik auf die Tierwelt erfährst du im Artikel Mikroplastik und Lebewesen.  

Mehr Informationen findest du hier.

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