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Nachhaltig mit Hund

- Tipps & Produkte

Wir lieben sie einfach, unsere vierbeinigen Lieblinge! Sie halten uns jeden Tag in Bewegung, haben oft Lust zu kuscheln und spenden auf ihre ganz eigene Weise Trost in traurigen Momenten. Außerdem würde uns niemand nach einem langen Arbeitstag herzlicher begrüßen. Auf dem Weg in ein nachhaltiges Leben dürfen sie deshalb nicht fehlen – unsere Hunde.

Warum ist es wichtig nachhaltig mit Hund zu leben?

Der Nachhaltigkeits-Gedanke kommt inzwischen in vielen Bereichen unseres Lebens an. Zum einen gestalten wir unser Leben aktiv nachhaltiger und zum anderen merken immer mehr Unternehmen, dass Kunden Wert auf Umweltschutz legen. Dadurch wächst in vielen Bereichen die einstige Nische der grünen Produkte immer weiter an.

Im Bereich des Tierbedarfs hat sich dieses Mindset bisher leider weniger stark durchgesetzt. Große Mengen an Plastik sind an der Tagesordnung und gerade bei Spielzeugen und Hundekissen findet man häufig kurzlebige Materialen von schlechter Qualität. Umso wichtiger ist es auch mit dem bedachten Konsum für den eigenen Hund ein Zeichen zu setzen. Nur so merken die Unternehmen, dass Verbraucher Wert darauf legen nachhaltig mit Hund zu leben. So generiert deine Nachfrage ein größeres Angebot, und durch das größere Angebot werden mit der Zeit mehr Menschen auf die nachhaltigen Produkte aufmerksam.

1. Hundetüten

Wusstest du, dass in Deutschland ca. 15 Millionen Hundetüten pro Tag verbraucht werden? Das entspricht 750.000 Litern Erdöl, die täglich einfach verbrannt werden, nur für das Geschäft unserer Vierbeiner. Der Verbrauch von Hundetüten ist also eine wahnsinnig große Stellschraube, um mehr Nachhaltigkeit in den Hundealltag zu bringen. Um Plastiktüten zu vermeiden, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • PooPick: Der PooPick besteht aus recyceltem Karton. Er ist so gefaltet, dass du das Häufchen berührungslos aufsammeln kannst. Anschließend entsorgst du ihn ganz normal im Restmüll. Der PooPick ist zwar biologisch abbaubar, doch soll Hundekot nicht in der Biomülltonne entsorgt werden.

  • Taschentücher: Ist das Häufchen klein genug, könnt ihr es einfach mit einem Taschentuch aufheben. Dieser Tipp ist besonders für kleinere Stadthunde gedacht, die ohnehin von Mülltonnen umgeben sind. Allerdings geht das nur, wenn große Plastiktüten in den Mülleimern sind, sodass der Mülleimer nicht verschmutzt wird.

  • Liegenlassen: Seid ihr auf dem Land oder in wenig besuchten Wäldern unterwegs, so lasst das Häufchen einfach liegen, wenn es sich nicht gerade um Nahrungsmittel-Felder handelt. Die Natur wird den Rest erledigen.

  • Tüten recyceln: Gebt Tüten, die im Alltag ohnehin anfallen ein zweites Leben und funktioniert sie zur Hundetüte um. So haben sie eine zweite Funktion und ihr habt etwas Müll eingespart.
nachhaltig mit hund mit leckerli

2. Hundesnacks & Leckerli plastikfrei

Viele Hundesnacks bestehen zu größeren Teilen aus Verpackung als aus Inhalt. Lasst einzeln verpackte Hundestangen im Regal liegen und greift stattdessen zum Beispiel zu diesen Alternativen:

  • Leckerli im Pappkarton: Eine große Portion Hundekekse für Unterwegs erhaltet ihr zum Beispiel von Pedigree. Aber auch manche Hausmarken diverser Supermärkte bieten ähnliche Produkte an.

  • Hundekekse selber backen: Es gibt eine große Auswahl an simplen Backrezepten für Hundekekse im Internet. Das Schöne ist, dass ihr dann auch ganz genau wisst, was darin steckt.

  • Unverpackte Kauknochen: In größeren Tierbedarfsläden gibt es häufig Schweineohren und ähnliches unverpackt zu kaufen. Nimm dir eine Dose mit und kaufe die Sachen mit deinem eigenen Behälter ein. Wenn du Glück hast, gibt es sogar auch eine Abfüllstation für Hundekekse.

  • Kauknochen aus Holz: Ja richtig gehört, es gibt inzwischen Kauknochen zum Beispiel aus Olivenholz. Diese sind 100% natürlich und pflanzlich und tragen zur Zahnpflege des Hundes bei. Sie splittern nicht und enthalten gleichzeitig Eisen, Magnesium und Ballaststoffe. Ein echtes Allround-Talent, das viele Hunde lieben und sich je nach Nutzung über mehrere Monate hält.

  • Möhren für besondere Hunde: Es klingt verrückt, aber mein Hund liebt es auf Möhren herumzukauen. Dadurch spare ich mir sämtliche Formen tierischer Hundeknochen. Wer weiß, vielleicht wird auch dein Hund zum Möhren-Fan!

3. Veggie-Day

Jeden Tag essen Hunde in Deutschland über 8.000 Tonnen Fleisch. Das ist auch klar, wir können ja nicht jeden Hund zum Veganer erklären. Aber: Wie wäre es mit einem fleischfreien Tag in der Woche? Oder sagen wir einer Mischung aus 50% normalem Futter und 50% abgekochtem Gemüse? Dadurch kann enorm viel CO2 eingespart werden und dein Hund freut sich sicherlich über ein paar frische Zusatzvitamine!

Ist dir das zu stressig, kannst du natürlich auch pflanzliches Hundefutter kaufen. Es ist sowieso fraglich, ob gepresstes Trockenfutter für den Hund tatsächlich noch nach Fleisch schmeckt.

4. Insekten-Futter für nachhaltig mit Hund

Hundefutter mit Insektenprotein ist zwar nicht veggie, aber dafür wesentlich umweltfreundlicher als Fleisch. Ob das moralisch vertretbarer ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Fakt ist aber, dass Insekten weniger Wasser und viel weniger Platz benötigen, wodurch große Mengen CO2 eingespart werden können.

Das Futter mit Insektenprotein soll außerdem auch bei Hunden mit Unverträglichkeiten oder Verdauungsproblemen gut einsetzbar sein!

5. Augen auf bei Futterkauf

Der Markt für Hundefutter ist riesig geworden. Ebenso gibt es viele Punkte, auf die man beim Hundefutterkauf achten kann. Zunächst ist es besser, wenn du das Hundefutter bei einem nahegelegen Tierbedarf kaufst, statt dir die schweren Säcke mit der Post liefern zu lassen.

Der nächste Punkt liegt natürlich in der Verpackung. Kaufe Futter mit Papierverpackung oder kaufe bei Plastikverpackungen gleich das größtmögliche Paket. Echte Profis können zudem noch auf Bioqualität und Regionalität des Futters achten. Hier ist allerdings ausführliches Lesen des Kleingedruckten gefragt sowie die Bereitschaft etwas mehr auszugeben.

Solltest du deinen Hund mit Nassfutter oder BARF füttern, achte auch dabei auf möglichst große Verpackungen. Gerade bei Dosen macht es viel aus, ob du viele Kleine oder wenige große Konserven kaufst.

Bedenke: Bei Konservendosen kann BPA aus der Beschichtung in die Nahrung übergehen. Das wurde bei verschiedenen Lebensmitteln festgestellt und ist vermutlich auch auf Tierfutter übertragbar.

6. Hundespielzeug DIYs

Hundespielzeuge kannst du toll Upcyceln. Dadurch entgehst du gleichzeitig Chemikalien, die in neuen und günstigen Spielzeugen zu finden sind. Gerade bei Plastikspielzeug, kann dein Hund außerdem durch zu langes Herumkauen Plastikpartikel mitfressen. Flechte also zum Beispiel aus alten T-Shirts oder Bettlaken einen Hundeknoten. Du kannst es ganz simpel flechten oder zum Beispiel diese Flechttechnik verwenden.

7. Auto stehen lassen

Versuche es zu vermeiden, mit dem Auto zu fahren, um mit dem Hund spazieren zu gehen. Machst du das mehrmals die Woche oder sogar täglich, häufen sich die Kilometer schnell an. Probiere stattdessen zum Beispiel mit dem Fahrrad ein Stück zu fahren, um zu einem Park oder Wald zu gelangen. Hier ist natürlich Vorsicht geboten und der Hund muss erst lernen, neben dem Fahrrad zu laufen. Dadurch erhält er aber zusätzlich etwas mehr Auslauf.

Wohnst du in der Stadt kannst du auch einfach ein Stück mit der Bahn fahren. Hunde dürfen durchaus mitgenommen werden und auch der Weg zur Bahn kann aufgrund der vielen Artgenossen aufregend sein.

8. Minimalismus auch beim Hund

Da der Hund nicht sagen kann „ich möchte unbedingt ein schickes neues Halsband“, sollte es hier eigentlich besonders leicht fallen, sich auf die Basic Ausstattung zu beschränken. Solltest du dir erst einen Hund anschaffen wollen, kannst du durchaus auch nach gebrauchten Halsbändern und Hundenäpfen schauen. Ebay-Kleinanzeigen und Facebookgruppen können dabei sehr hilfreich sein.

Soll es doch einmal etwas Neues sein, gibt es inzwischen auch viele Anbieter, die speziell nachhaltig und fair produzierten Hundebedarf anbieten. Schau dafür zum Beispiel mal bei pawsome vorbei. Die Produkte haben zwar stolze Preise, wurden aber in Europa produziert und bestehen zu einem großen Teil aus recycelten Materialien.

9. Talk about it!

Einen Hund zu haben verbindet und so ist es keine Seltenheit mit anderen Hundehaltern befreundet zu sein oder beim Gassigehen ins Gespräch zu kommen. Gerade mit den plastikfreien Hundetütchen wirst du beim Gassigehen auffallen und dem ein oder anderen Hundebesitzer einen Impuls mit auf den Weg geben. Vielleicht fragt dich sogar jemand danach und ihr könnt etwas darüber sprechen, wie man nachhaltig mit Hund leben kann. Du wirst zwar niemanden sofort bekehren, aber ein erster Gedanke in eine nachhaltige Richtung ist gesetzt!

Fazit

Nachhaltig mit Hund zu leben erfordert etwas Aufwand. Sobald aber die ersten Schritte getan sind, ist es gar nicht mehr so schwer! Und es lohnt sich, denn zu deinem nachhaltigen Leben gehört dein Hund natürlich dazu! So wird sich die Umstellung für dich mit Sicherheit gut anfühlen und ihr könnt als nachhaltiges Team eure Gassirunden drehen!

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