Projekte zur Plastikbekämpfung

Die vielversprechendsten Projekte gegen Plastik

- Projekte und aktuelle Forschung zur Plastikbekämpfung

Der von Plastik auf die Umwelt verursachte Schaden ist nicht zu übersehen. Überall auf der Welt werden Menschen mit dem Problem Müll, insbesondere Plastikmüll, konfrontiert. Vor allem Taucher, Surfer und am Meer lebende Menschen werden auf das Problem aufmerksam. Kein Wunder, dass überall auf der Welt Projekte entstehen, die dem Plastikmüll, den Kampf angesagt haben. 

Viele Projekte gegen Plastik stecken noch in der Entwicklung und aufgrund fehlender finanzieller Mittel werden nur die allerwenigsten verwirklicht. Aus diesem Grund ist es wichtig durch Verbreitung der Inhalte die Popularität dieser Projekte zu steigern, um auf diese Weise mögliche Unterstützer zu erreichen und eine Finanzierung zu erzielen. 

Wir stellen dir im Folgenden die vielversprechendsten Projekte gegen Plastik vor:

„To catch the plastic, act like the plastic“. Nach diesem Prinzip funktioniert das Projekt The Ocean Cleanup, das übersetzt so viel bedeutet wie „um Plastik einzufangen, so verhalte dich wie Plastik“. Die Idee von der 600 Meter langen, rohrähnlichen bzw. schlauchähnlichen Konstruktion hatte der im Jahr 1994 geborene Niederländer und Student der Luft- und Rumfahrt Boyan Slat aus Delft. Mit zunehmender Aufmerksamkeit setzten sich immer mehr Wissenschaftler mit einer möglichen Realisierung des Projekts auseinander. Mehr erfahren.

Ein weiteres Projekt, das bald Wirklichkeit werden könnte, begann als Abschlussarbeit der noch damaligen Architekturstudentin Marcella Hansch. Erschreckt von ihren Erlebnissen bei diversen Tauchgängen aufgrund von Meeresverschmutzung, begann Marcella Hansch sich mit unterschiedlichen Themen auseinanderzusetzen wie Strömungstechnik, Kunststoffherstellung, konsumverhalten, Recyclingverfahren, marine Nahrungskette, Befestigung von Bohrplattformen und Algenzucht. So entstand das Projekt „Pacific Garbage Screening“, an dessen Verwirklichung heute unterschiedliche Wissenschaftler arbeiten. Das Ziel besteht darin, eine funktionale Architektur zu entwickeln, die den Prozess von der Filterung von Plastikmüll aus dem Meer, bis hin zu einer sinnvollen Verwertung beinhaltet. Dabei sollte die Erzeugung von Kohlenstoffdioxid sowie ein Gefährden der Tierwelt vermieden werden. Mehr erfahren.

Die Great Bubble Barrier ist ein innovatives Projekt eines niederländischen Startups. Die Idee basiert auf einer exsistierenden Technologie, die zum Beispiel zur Beseitigung von Öl in Gewässern eingesetzt wird. Bei der Great Bubble Barrier wird ein perforierter Schlauch auf dem Grund von Flüssen und Kanälen verlegt. Durch das Zuführen von Luft entsteht eine Barriere aus Luftblasen. So kann umhertreibendes Plastik aufgehalten und am Ufer in Containern gesammelt werden. Mehr erfahren.

Ein von zwei australischen Surfern Andrew Turton und Pete Ceglinski entwickeltes Projekt, das weltweit bereits in vielen Häfen zum Einsatz kommt, ist das „Seabin project“ oder übersetzt das „Meeresmülleimer Projekt“.  Im Gegensatz zu den oben ausgeführten Projekten, wird das „Seabin Projekt“ in Großhäfen und nicht auf dem offenen Meer eingesetzt. Bei dem Produkt handelt es sich um einen auf dem Wasser treibenden Eimer, der mit Hilfe einer Pumpe die Abfälle in einem Sammelbehälter saugt. Dieser wird anschließend geleert, dessen Inhalt sortiert und recycelt. Durch ein erweitertes Pumpen- und Filtersystem soll es außerdem die Möglichkeit geben, das eingesaugte Wasser von Öl zu reinigen und dann sauber wieder in den Hafen zu leiten. Mehr erfahren.

5. Precious Plastic

Das im Jahr 2013 von Dave Hakkens gestarte Projekt hat bereits hunderten von Menschen auf der ganzen Welt erreicht. Dieses Projekt gibt Menschen die Möglichkeit, von zuhause aus Plastik verwerten zu können. Dazu hat das Team von „Precious Plastic“ Maschinen entwickelt, die sich mit einfachen Methoden konstruieren lassen und eine Verwertung in einfache Gegenstände wie Tassen, Wanduhren, Teller, usw. ermöglichen. Die Anleitungen zum Bau der Maschinen sind kostenlos verfügbar. 

6. 4Ocean

Das Projekt 4Ocean säubert seit 2017 regelmäßig durch organisierte Cleanups Strände auf der ganzen Welt. Weltweit konnten sie mehr als 150 Arbeitsplätze für die Strandsäuberung schaffen. Wie sie das finanzieren können? Ganz einfach, durch den Verkauf von Plastikarmbändern. Ja ausgerechnet Plastik! Denn für jedes der 20 Dollar teuren Armbänder entfernt das Team ein halbes Kilogramm Abfall aus dem Meer.

 

7. Plastic Bank

Mit einem ganz anderen Ansatz geht das Sozialunternehmen „The Plastic Bank“ an das Problem heran. Die Idee besteht darin, für Plastikmüll mit Geld oder Gütern zu bezahlen und ihn anschließen zu verwerten und weiterzuverkaufen.

In Haiti hat dieses Konzept schon große Erfolge erzielt.
Für die dort lebenden Menschen hat der Plastikmüll an Wert gewonnen, sodass viele Plastik sammeln und nicht mehr einfach wegschmeißen. Dadurch konnten nach Angaben von Plastic Bank seit 2014, 3 Millionen Tonnen Plastik recycelt werden.

8. Xenobots

Sie bestehen aus Froschzellen und sind nicht einmal einen Millimeter lang. Die sogenannten „Xenobots“ sind eine neuartige Schöpfung der University of Vermont und der Tufts University. Das verblüffende daran: Sie sind eine Art programmiertes Lebewesen, programmiert von künstlichen Intelligenzen.

Mit Hilfe eines neuartigen Algorithmus kombinieren Supercomputer biologische Bausteine mit dem Ziel einen Organismus mit ganz bestimmten Verhaltensweisen zu erschaffen. Die vielen Organismus-Varianten, die dadurch entstehen, werden virtuell so lange geprüft, aussortiert und modifiziert, bis das beste Ergebnis erzielt wurde. Anschließend muss die Theorie in die Praxis umgesetzt werden: Dafür nutzt man Zellen aus Embryonen des Krallenfrosches und nutzt sie für eine Art zellenbasiertes Toolkit. Mit Hilfe des Toolkits, werden die besten Ergebnisse der künstlichen Intelligenz dann nachgebaut.

Die so gewonnenen Organismen können sich bewegen, Objekte manipulieren und transportieren und ein kollektives Verhalten entwickeln. Außerdem können sie sich selbst erneuern und heilen und sind im Vergleich zu anderen Materialen biologisch abbaubar.
Die große Hoffnung ist, dass die Xenobots eines Tages Mikroplastik aus den Ozeanen entfernen können. Auch in der Medizin ist der Einsatz von Xenobots zum Entfernen von Plaque aus Blutgefäßen oder zum gezielten Transport von Medikamenten in den Körper denkbar. Eine faszinierende Technologie mit viel Zukunftspotential.

9. Fazit

Überall auf der Welt versuchen Menschen unser Plastikproblem zu lösen. Es gibt sehr gute Projekte gegen Plastik, die sich mit innovativen Ideen durchgesetzt haben und bereits Plastik aus den Meer entfernen oder an der Vermeidung von Plastik arbeiten. Alles in allem tun wir aber nicht genug. Diese Projekte behandeln nur die Spitze des Eisberges. Wir sollten vor allem anfangen den Ursprung des Problems zu bekämpfen anstatt uns nur mit den Folgen zu beschäftigen. Zu verhindern, dass noch mehr Plastik in unsere Umwelt und die Meere gelangt, ist dehalb oberste Priorität.  Wir alle sollten deshalb versuchen Plastik zu vermeiden und umweltbewusster und Ressourcenschonender zu leben. 

Quellen:

  • https://www.welt.de/kmpkt/article205068398/Aus-Froschstammzellen-Forscher-haben-erstmals-lebende-Mini-Roboter-erschaffen.html
  • https://www.pnas.org/content/early/2020/01/07/1910837117

Stand: 18.01.2020

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